CDU sieht Schließung des MVZ kritisch

Die CDU Ratsfraktion stellt 5 Forderungen an den Bürgermeister.

07.10.2014, 10:33 Uhr

Die CDU Attendorn sieht die Schließung des MVZ durch den neuen Betreiber des Krankenhauses Attendorn kritisch und nimmt dieses erneute Ausdünnen der medizinischen Versorgung als Anlass, den Bürgermeister der Hansestadt Attendorn, Christian Pospischil, aufzufordern, intensiver und innovativer für Attendorn als lukrativen Standort für Arztniederlassungen zu werben. Dafür stellt die CDU fünf konkrete Forderungen an den BM.

1. Der Bürgermeister nimmt kurzfristig Kontakt mit der Geschäftsführung der Helios-Klinik Attendorn auf um über Veränderungen in der ärztlichen Versorgung ausführlich informiert zu werden. Der BM berichtet über den aktuellen Sachstand in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses oder dem Stadtrat.

2. Der Bürgermeister tritt kurzfristig in Kontakt mit der kassenärztlichen Vereinigung um die kreisweit offenen Zulassungen oder frei werdenden Zulassungen für Ärzte genannt zu bekommen. Der BM berichtet den aktuellen Sachstand dem Stadtrat.

3. Neu zu besetzende oder freiwerdende ärztliche Kassenzulassungen sollten, insbesondere im Bereich der Fachärzte (hier insbesondere: Radiologie, Haut, Hals-Nasen-Ohren, Neurologie, Psychologie), aber auch im Bereich der Allgemeinmedizin aktiv durch die Stadt Attendorn beworben werden.

4. Kurzfristig ergreift die Stadt Attendorn Maßnahmen um die medizinische Grund- und Facharztversorgung zu fördern und zu unterstützen. Beispielsweise durch das Schalten von bundesweiten Anzeigen, Vermittlung von Praxen oder Räumlichkeiten, Unterstützung bei der Wohnungssuche etc.

5. Mittel- und Langfristig wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, wie und mit welchen Maßnahmen die Stadt Attendorn die medizinische Grund- und Facharztversorgung fördern und unterstützen kann. Über die städtischen Aktivitäten berichtet der BM regelmäßig dem Rat.

Begründung:

Durch die überraschende Schließung des MVZ durch die Helios AG als neuem Betreiber des Krankenhauses Attendorn (ehem. St. Barbara) dünnt sich die medizinische Grund- und Fachärztliche Versorgung in Attendorn weiter aus. Die kassenärztlichen Zulassungen der bisherigen Anbieter könnten kurzfristig freiwerden und neu zu vergeben sein. Diese Zulassungen von Ärzten werden durch die kassenärztliche Vereinigung kreisweit vergeben. Dadurch kann ein weiterer Abfluss von medizinischen Angeboten in Nachbarkommunen die Folge sein. Dies würde eine dauerhafte Benachteiligung des Standortes Attendorn sein und dieses gilt es daher unbedingt zu vermeiden. Daher sind die freien und freiwerden Stellen kurzfristig zu bewerben um Mediziner für Attendorn zu gewinnen.

Auch mittel- und langfristig wird es durch Veränderungen im Gesundheitssystem, durch persönliche Veränderungen der Ärzteschaft und durch den demografischen Wandel zu Verwerfungen im Bereich der Allgemeinmedizin und der Fachmedizin kommen, die unsere Hansestadt begleiten und zu unseren Gunsten beeinflussen sollte. Kurzfristig, mittelfristig und für die Zukunft sollte die Hansestadt Attendorn daher geeignete Maßnahmen planen und ergreifen um dauerhaft  die medizinische Grund- und Fachversorgung sicherzustellen.

Dazu erklärt CDU-Stadtrat Manuel Thys: "Die rasanten Veränderungen im Gesundheitssystem, sei es durch persönliche Veränderungen der Ärzteschaft, durch Rationalisierungen, wie aktuell durch die Schließung des MVZ Attendorn erlebt, durch den demografischen Wandel oder gesundheitspolitische Entscheidungen in Berlin, führen laufend zu Veränderungen der medizinischen Versorgung in Attendorn. Einige dieser Verwerfungen im Bereich der Allgemeinmedizin und der Fachmedizin gefährden unsere gute ärztliche Betreuung. Die CDU Fraktion Attendorn will, dass in unserer Hansestadt auch in der Zukunft genug Hausärzte für uns Bürger da sind. Auch im Bereich der Fachärzte können wir uns besser aufstellen. So fehlt es in Attendorn beispielsweise an Hautärzten, Neurologen, Psychologen oder Radiologen. Hier kann die Hansestadt Attendorn deutlich aktiver auf die Belange der ansässigen Ärzte eingehen und aktiv um neue Fachkräfte werben."

"Die CDU Attendorn will die bestmögliche Medizinische Versorgung für uns Bürger und Bürgerinnen in Attendorn erreichen. Dafür sollte der Bürgermeister ab sofort mehr Unterstützung durch die Verwaltung anbieten," ergänzt CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Teipel.